Avrupa
Türk Akademisyenler Birliði
European
Association
of Turkish
Academics
Europäische
Vereinigung Türkischer Akademiker
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Viele kleine Schritte müssen koordiniert werden Neue Finanzierungsquellen und Programme sollen den bisher zaghaften deutsch-türkischen Kulturbeziehungen auf die Sprünge helfen. Diese Forderung ist eines der Ergebnisse einer Podiumsdiskussion am Dienstagabend im Lindenmuseum, zu der deutsch-türkische Vereine der Region eingeladen hatten. VON HENDRIK KRUSCH "Das deutsche Interesse an türkischer Kultur tendiert fast gegen null'', stellt Kurt-Jürgen Maaß fest, Generalsekretär des Instituts für Auslandsbeziehungen (Ifa). Die Veranstaltungen würden allenfalls als "Gastarbeiterkultur'' wahrgenommen. Übersetzte Literatur aus der Türkei spiele beispielsweise im Verlagswesen keine Rolle. Und auch bei der deutschen Bereitschaft, die türkische Sprache zu erlernen - Fehlanzeige. Dagegen seien die Türken "germanophil'', erklärt der Chamisso-Preisträger Yüksel Pazarkaya. Und die hier aufwachsenden Migrantenkinder der dritten oder gar vierten Generation hätten den Vorteil, gleich mit zwei Muttersprachen aufzuwachsen, ergänzte der Schriftsteller, der seit mehr als 40 Jahren in Deutschland lebt. Für ihn haben sich die gegenseitigen Vorurteile dennoch über in Medien transportierten Bildern verfestigt. Eine Lösung sei nur durch türkische Kulturarbeit in Deutschland möglich. Umgekehrt sei dies schon lange der Fall, berichtete Maaß. Stiftungen und Institute hätten bei der Kulturarbeit in der Türkei große Erfolge zu verzeichnen. "Für uns ist die Sprache ein wichtiger Brückenkopf'', erklärte Angala Kaya vom Goethe-Institut Inter Nationes, das in Ankara, Istanbul und Izmir tätig ist. Doch: "Geld bestimmt unsere Arbeit'', sagte die mit Finanzfragen Beauftragte. Die türkischen Kulturschaffenden sind nach Auffassung der Journalistin Sibylle Thelen für das Zusammenleben besonders wichtig. Bei ihrer Arbeit in der Türkei sei sie vorurteilsfrei aufgenommen und behandelt worden. Umgekehrt sei das nicht immer so, berichtete der türkische Kabarettist Sinasi Dikmen. Der hessische Rundfunk ignoriere beispielsweise das deutschsprachige türkische Kabarett in Frankfurt einfach, und das, obwohl etwa 80 Prozent seines Publikums Deutsche seien. Dikmen, der eingangs die rund 100 Zuhörer kräftig zum Lachen gebracht hatte, stellt selbst beim Humor Grenzen fest. "Wir lachen also nicht mit-, sondern übereinander'', brachte Moderatorin Susanne Offenbach das Thema auf den Punkt. Und immer wieder waren die Medien Thema der Diskussion. Die Berichterstattung über den von den Türken erhofften EU-Beitritt oder den kurdischen Unabhängigkeitskampf verändere das jeweilige Bild des anderen. Während der eine die Fußballergebnisse der türkischen Mannschaften in der Zeitung vermisse, bemängelten andere die Schlagzeilen der türkischen Blätter. Ein wichtiger Schritt, so die Forderung aus dem Publikum, sei die Änderung der Schulbücher, die zu wenig und falsche Informationen über die türkische Geschichte und Kultur wiedergäben. Ein anderer Besucher ärgerte sich, dass die Meteorologen bei der Wettervorhersage bei der Karte immer vor der Türkei stehen würden. Viele kleine Schritte brächten die beiden Nationen einander näher, was noch fehle, sei die Koordination, fasste Susanne Offenbach die Debatte auf dem Podium zusammen: ein Fazit als Aufforderung. |