EATA Baden-Württemberg Presseerklärung, 05.06.2007
Weg mit dem Gesprächsleitfaden - her mit einer Einbürgerungskampagne!

"Der baden-württembergische Einbürgerungstest ist auch nach den vorgenommenen Streichungen nicht zielführend und schadet dem Zusammenleben von Deutschen und Migranten". Dieser Meinung ist der türkische Studenten- und Akademikerverband EATA (European Assembly of Turkish Academics) Baden-Württemberg. Der Vorsitzende Kerim Arpad kritisiert vor allem die Klischeevorstellungen, die durch die Fragen des Gesprächsleitfadens vermittelt werden. "Einbürgerungswillige Ausländer werden unter den Generalverdacht gestellt, Vielehen zu führen, ihre Töchter unter Zwang zu verheiraten oder in Terroranschläge verwickelt zu sein."

EATA Baden-Württemberg appelliert daher an die Landesregierung, den Gesprächsleitfaden endgültig zurückzuziehen und stattdessen den Mitarbeitern der Ausländerbehörden kultursensible Fortbildungen anzubieten, mit denen sie das vom Gesetz geforderte Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung effektiv überprüfen können.

"Anstelle Einbürgerungen für den Antragsteller unerträglich zu gestalten und künstlich zu erschweren, sollte sich die Landesregierung darum bemühen, dass sich wieder mehr Menschen einbürgern lassen. Wir brauchen eine Kampagne für die Einbürgerung, wenn unsere Politiker wirklich wollen, dass auch die seit Jahrzehnten hier lebenden Ausländer sich mit der Entscheidung für die deutsche Staatsangehörigkeit voll in die Gesellschaft integrieren und politisch partizipieren können", so Arpad.


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