| EATA PRESSEMITTEILUNG
Stuttgart, 13.01.2006 Gesprächsleitfaden schadet der Integration von Migranten Die nun angekündigte Ausweitung der Gewissensabfrage auf alle Einbürgerungswilligen ändert nach Ansicht des türkischen Studenten- und Akademikerverbandes EATA (European Assembly of Turkish Academics Baden-Württemberg e.V.) nichts an den Grundaussagen des weiterhin gültigen Gesprächsleitfadens. Die dortigen Fragestellungen sind noch immer auf Muslime zugeschnitten und spiegeln populistische Stereotype wieder. Aktuelle Medienberichte aus der Praxis der Ausländerbehörden verdeutlichen, dass ausschließlich Muslime von der zusätzlichen Überprüfung betroffen sind. EATA Baden-Württemberg fordert deswegen weiter die sofortige Rücknahme des Gesprächsleitfadens. Das gesetzlich vorgeschriebene und auch nach unserem Bekunden wichtige Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung lässt sich damit jedenfalls nicht erfassen – wie inzwischen auch der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen bestätigt hat. Nach unserem Ermessen dient der Gesprächsleitfaden nicht, wie es Ministerpräsident Oettinger und Innenminister Rech betonen, der Integration, sondern schadet vielmehr den Integrationsmaßnahmen der Kommunen, freien Träger und der Bürgergesellschaft. Muslimen wird in dem Fragebogen mit Klischees begegnet, sie werden unter Generalverdacht gestellt und in ihrer kulturellen Identität beleidigt. Wieder einmal werden sie sich nicht respektiert und in Deutschland nicht willkommen fühlen. Dadurch wächst der Drang zum Rückzug in Parallelgesellschaften. Auf der anderen Seite fördert man mit dem Gesprächsleitfaden Vorbehalte gegenüber Muslimen und gibt rassistischen Ressentiments in der Gesellschaft weiteren Nährboden. Das Innenministerium hat daher der Integration von Zuwanderern in unserem Land einen Bärendienst erwiesen und viele bisherige Integrationserfolge zunichte gemacht. Berichterstattung in den
Medien
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